20:0 Punkte, +104 Tore, den schärfsten Verfolger auf sechs Zähler distanziert – die reinen Daten der Vorrunde gehen bislang runter wie Öl und lassen erahnen, wohin am Ende der Saison die Reise gehen wird. Die „Erschde“ hat nach dem Abstieg aus der Landesliga von Anfang an kein Hehl daraus gemacht, dass man den sofortigen Wiederaufstieg anpeilt. Und nach der Hälfte der absolvierten Partien (minus dem Spiel gegen Flügelrad, das erst im Januar ansteht) ist die Mannschaft von Trainer Marcus Grüßner absolut im Soll. Dieses kleine Zwischenfazit muss erlaubt sein, bevor am kommenden Samstag zur gewohnten Zeit um halb acht mit dem Spiel gegen den Turn- und Sportverein aus Nürnberg die Rückrunde eingeläutet wird. Während es für die „Erschde“ darum geht, vor der anstehenden einmonatigen Pause keine Punkte mehr liegenzulassen, stecken die Nürnberger nach wenig erfolgreichen Wochen tief im Abstiegskampf. Das denkbar knappe 29:30 zuletzt beim Tabellenneunten aus Zirndorf, gegen das man sich insgesamt ordentlich aus der Affäre zog, dürften die Nürnberger allerdings zum Anlass nehmen, ein wenig wohlgestimmter an die schwere Aufgabe am Samstag zu gehen. Zuvor hatte es meist deutliche Niederlagen gesetzt. Das Spiel gegen Zirndorf war zugleich die sechste Pleite am Stück, der vorerst letzte Sieg datiert auf den 08. Oktober. Damals gab es ein 29:26 gegen den TuS Feuchtwangen, der aktuell aber am Tuspo vorbeigezogen ist und somit die Rote Laterne weitergereicht hat. Der Aufsteiger aus Nürnberg sollte demnach schleunigst wieder punkten, um das rettende Ufer nicht aus den Augen zu verlieren.

Auf das Team von Marcus Grüßner wartet trotz aller Zahlen eine knifflige Aufgabe gegen eine Mannschaft, die definitiv nichts zu verlieren hat. Einen 37:20-Kantersieg wie im Hinspiel wird es so nicht mehr geben. Damals ließ der Tuspo aber auch alles vermissen, was man braucht, um in der BOL zu bestehen. Inzwischen hat sich die Mannschaft deutlich stabilisiert und mit Harry Filipp eine weitere Verstärkung im Rückraum gewonnen. Die zweite Schlüsselposition ist mit Sicherheit die des Spielertrainers Florian Heimpel. Dem Tausendsassa lag in der Jugend eine erfolgreiche Zukunft, vielleicht sogar im Profibereich, voraus. Zahlreiche Verletzungen machten jedoch einen Strich durch die Rechnung. Es gibt bestimmt wenige Hallen in Bayern, die der 32-Jährige noch nicht von innen gesehen hat. Auch in Roßtal, wo der Nürnberger vor elf Jahren auf ein Probetraining vorbeischaute, bemühte man sich einst um die Dienste des wurfgewaltigen Rechtshänders. Nach einem Testspiel gegen den ASV Auerbach nutzten die Oberpfälzer jedoch die Gunst der Stunde und hatten letztlich die scheinbar besseren Argumente. Später hangelte er sich von Verein zu Verein, wo er meist neben seiner Tätigkeit als Spieler auch ein bis zwei Mannschaften trainierte. über Erlangen, Rothenburg, Kunstadt, Burghausen, Auerbach und weitere Vereine landete Heimpel schließlich beim Tuspo aus Nürnberg, wo ihm in der vergangenen Saison der Aufstieg in die BOL gelang. Seine Kreise, falls er denn selbst auflaufen sollte, gilt es definitiv einzuschränken. In der Mittelschulhalle begrüßen darf man mit Thomas Zäller und Fabian Eggen übrigens auch zwei ehemalige Roßtaler, die inzwischen für den TuSpo die Schuhe schnüren.

Vorspiel der 2. Mannschaft

Ebenfalls in die Rückrunde startet am Samstag um 17:30 Uhr die Roßtaler Reserve gegen die HG/HSC Fürth. Die Bezirksliga hat im Übrigen, was die BOL nicht bieten kann: jede Menge Spannung. Im Prinzip kommen für die Aufstiegsplätze im Moment ganze sechs Mannschaften in Frage. Die Roßtaler belegen zur Halbzeit einen hervorragenden 3. Rang, der am Ende auch den Aufstieg in Mittelfrankens höchste Spielklasse bedeuten würde. Gegen den Tabellenvorletzten aus Fürth sollte man dann aber auf gar keinen Fall patzen, will man weiter gute Karten im Aufstiegsrennen haben.

Bericht: Manuel Erben

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