TSV scheitert an Hurt und an sich selbst

Die Landesliga-Handballer des TSV konnten ihre Siegesserie nicht verlängern und verloren am Samstag gegen clever agierende Münchberger mit 29:31. Zu oft scheiterten die Roßtaler am starken Lukas Hurt im TVM-Tor, zudem bekam die eigene Defensive vor allem in der ersten Halbzeit nicht den richtigen Zugriff in die Partie. Zwar stimmte über die gesamte Spieldauer der Einsatz und die kämpferische Leistung, der 6-Tore-Halbzeitrückstand war am Ende aber eine zu große Hürde.

Die Erschde muss gegen die Münchberger auf Rechtsaußen Brandscher verzichten, der es einmal mehr beruflich nicht schafft. Dafür kehren mit Schuh und Hirschsteiner zwei erfahrene Spieler zurück in den Kader. Trainer Dörr schickt zu Beginn der Partie Wolf ins Tor, Gruber und Haltrich bilden die Flügelzange, Christoph Nepf ackert am Kreis und Schuh, Ehrmann sowie Meßthaler agieren als Rückraumachse. Der TSV kommt gut ins Spiel und geht nach einem verwandelten Siebenmeter, sowie einer schönen Einzelaktion von Ehrmann mit 2:0 in Führung. Innerhalb der nächsten drei Spielminuten erholen sich die Gäste mit vier eigenen Treffern aber schnell vom Fehlstart. Seit Jahren steht und fällt die Angriffsleistung der Münchberger mit der Leistung von Jan Lad und Vit Kalas. Dies ist auch in Roßtal bestens bekannt, die beiden können dem Spiel aber dennoch den Stempel aufdrücken. Die TSV-Defensive steht zunächst, vor allem gegen Shooter Kalas, der vier der ersten acht TVM-Tore erzielen kann, zu passiv. Mittlerweile scheitern auch die Roßtaler Angreifer immer häufiger am stark aufspielenden Hurt im Kasten der Gäste. Nachdem die Oberfranken nach einer knappen Viertelstunde mit 5:10 in Führung gehen, zieht Dörr die grüne Auszeitkarte und versucht sein Team neu einzustellen. Mit Franke und Hofer kommen zwei neue Rückraumspieler in die Partie, kurz darauf ersetzt Gerbing Wolf im Tor. Doch auch diese personellen Änderungen bringen nicht den erhofften Erfolg. Zu abgezockt spielen die Münchberger ihre Angriffe sehr lange aus, sichern sich die Abpraller nach Blocks oder Paraden und kommen so immer wieder zu schmerzhaften Toren aus Roßtaler Sicht. Symptomatisch für das ganze Spiel ist der letzte Angriff der ersten Hälfte. In Überzahl hat die Erschde die Möglichkeit den Rückstand auf vier Tore zu verkürzen. Allerdings verliert der TSV unnötig den Ball und Jan Lad erzielt drei Sekunden vor der Sirene per Gegenstoß den 10:16 Halbzeitstand.

Trainer Andy Dörr appelliert in seiner Halbzeitansprache vor allem an die Konzentration seines Teams beim eigenen Abschluss, anders könnte der Anschluss an die Münchberger nicht wiederhergestellt werden. Die Roßtaler kommen nun zwar in bessere Abschlusspositionen, allerdings wackelt die Abwehr nachwievor, sodass auf beiden Seiten viele Tore fallen (10:17 33. Spielminute, 14:19, 37. Spielminute, 17:22 41. Spielminute). Der TSV agiert in der fair geführten Partie zwar immer wieder in Überzahl, kann dies aber nicht entscheidend nutzen. Positiv anzumerken ist dennoch, dass die Erschde angetrieben vom lautstarken Publikum nie aufsteckt und permanent versucht das Blatt zu wenden. Doch es bleibt wie verhext. Sobald die Roßtaler die Chance haben, den Rückstand zu verkürzen, schon fischt der TVM-Keeper wieder eine 100 prozentige Chance raus. Die Gäste aus Ostoberfranken agieren weiterhin clever, zögern immer wieder das passive Vorwarnzeichen heraus und versenken dann quasi in letzter Sekunde doch den Ball im Netz. Trotz einiger überhasteter Abschlüsse, vor allem in Überzahl, kämpft sich der TSV immer weiter heran. Als dann Franke knapp fünf Minuten vor Schluss mit einer Rückraumfackel auf 26:29 verkürzt, ist der TSV wieder in Schlagdistanz. Über drei Minuten fällt nun kein Treffer und als Schuh aus dem Rückraum zum 27:29 einnetzt und gleichzeitig eine Strafzeit rausholt, ist die Stimmung in der Roßtaler Mittelschule auf dem Siedepunkt. Doch auch hier zeigt sich erneut die Cleverness der Münchberger. Lad erzielt per Kempatrick den vorentscheidenden Treffer zur erneuten 3-Tore Führung. Zwar kann der TSV am Ende nochmal verkürzen, für einen Punktgewinn reicht es dennoch nicht.

Die Erschde muss sich verdient geschlagen geben, die eigene Leistung war einfach ein Stück zu schwach, um eine solch erfahrene Mannschaft, wie die Münchberger, schlagen zu können. „Wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängen lassen, ab jetzt zählt nur noch das Spiel gegen Bruck kommenden Samstag, da wollen wir uns die nächsten zwei Punkte holen“, so gibt Trainer Dörr direkt nach dem Spiel die Parole für die kommende Trainingswoche vor.

Kader: Gerbing, Wolf (beide Tor), Franke (6), Schuh (6/3), Gruber (5), C. Nepf (4), Ehrmann (2), Schmidt (2), Cisse (1), Hirschsteiner (1), Meßthaler (1), N. Nepf (1), Haltrich, Hofer.

 

Bericht von Michael Wolf

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