Hofer ballert TSV zum Heimsieg

Am vergangenen Samstagabend flog fast die Hallendecke von der Roßtaler Mittelschule. Als Armin Hofer in der letzten Sekunde den Ball ins Netz schleuderte, kannte der Jubel kein Halten mehr. Der TSV fügte der bis dato ungeschlagenen HSG Lauf-Heroldsberg die erste Saisonniederlage zu. Das Team von Andy Dörr überzeugte erneut vor allem kämpferisch und hat nun mit 8:6 Punkten ein positives Konto aufzuweisen.

TSV Roßtal : HSG Lauf-Heroldsberg 31:30 (17:17)

Der TSV geht mit nahezu der gleichen Aufstellung, wie in Erlangen, in das nächste Mittelfrankenderby gegen Lauf. Einzig Sören Hirschsteiner muss krankheitsbedingt passen, somit rutscht Armin Hofer nach seinem Urlaub direkt in den Kader. Auch die Startformation wird zwei Positionen verändert. Lukas Franke steht an Stelle von Simon Meßthaler von Beginn an auf der Platte, zudem ersetzt Marco Ehrmann Sören Hirschsteiner. Ansonsten beginnen Lukas Gruber und Kai Haltrich auf den Außen, Christoph Nepf am Kreis, Tobias Gerbing im Tor und Sebastian Schuh auf Halbrechts. Das Spiel startet mit einem verworfenen Siebenmeter plus Nachwurf eigentlich denkbar schlecht. Ein Grinsen ist auf der Roßtaler Bank nach dem 0:1 der HSG dennoch zu sehen, schließlich ist dies in dieser Saison ein gutes Omen und gemeinsam mit der gewonnenen Platzwahl von Co-Trainer Olli Brandscher nahezu eine Garantie für einen Sieg (😉). Doch zurück zum Sportlichen. Die Gäste aus Lauf zeigen von Beginn an, dass sie nicht zu Unrecht auf Platz zwei der Landesliga-Tabelle stehen. Sie spielen schönen Tempohandball, zudem ist ihnen die Umstellung auf den klebemittelfreien Ball nicht anzumerken. Doch auch der TSV lässt sich nicht lange bitten und geht dem Tempo der favorisierten Gäste voll mit. Daraus resultieren einige Tore in der Anfangsphase des Spiels (3:5, da sind noch keine fünf Minuten gespielt). Die Roßtaler lassen sich nun zu einigen technischen Fehlern hinreißen und können sich beim jungen Gerbing im Tor bedanken, dass es nach zehn Minuten nicht deutlicher als 5:8 steht. Die Vorteile bleiben dennoch bei den Gästen, denen das nötige Selbstvertrauen anzumerken ist. Der TSV zeigt aber erneut vor allem kämpferisch, welches Potenzial in dieser jungen Mannschaft steckt. Während der zweiten Unterzahl-Situation des Spiels kann Marco Ehrmann vom Strich den Anschlusstreffer zum 11:12 erzielen und genau eine Minute später schließt Lukas Gruber einen Gegenstoß zum ersten Ausgleich seit dem 3:3 ab. Von nun an ist der TSV das bestimmende Team der Partie. Beim 15:13 durch Kai Haltrich gehen die Roßtaler in der 27. Spielminute erstmals mit zwei Treffern in Führung. Diese können die Mannen von Trainer Dörr allerdings nicht halten, somit geht es in der torreichen Partie mit 17:17 in die Kabinen.

Der zweite Durchgang startet wie der erste, mit einem verworfenen Strafwurf der Roßtaler. Doch auch dieses Mal lässt sich der TSV davon nicht verunsichern und der offene Schlagabtausch geht munter weiter. Andy Dörr stellt seine Defensive jetzt allerdings etwas um. Michael Wolf steht nun im Tor, zudem bilden mit Simon Meßthaler und Nico Nepf jetzt ein 20- und ein 21-Jähriger den Mittelblock und können immer wiedetr die wuchtigen Angriffe der Laufer entscheidend stören. Nach einer Zeitstrafe für Daniel Laugner agiert der TSV in Überzahl und kann in dieser Phase, trotz des nächsten Fehlwurfs von der Straflinie, von 20:20 auf 22:20 davonziehen. Nach einem Doppelschlag von Kai Haltrich, unter anderem ein mehr als frecher Heber beim Gegenstoß, sieht sich der HSG-Trainer Peter Faderl zu einer Auszeit genötigt (24:21, 47. Spielminute). Seine Ansage kann man gut an der Spielweise seiner Mannschaft ablesen. Sie wollen nun vermehrt ihren bärenstarken Kreisläufer Daniel Laugner ins Spiel bringen. Dies gelingt auch, immerhin erzielt er in den letzten zwölf Minuten vier Treffer. Als keine zehn Minuten mehr zu spielen sind, gleicht die HSG zum 25:25 wieder aus. Doch jetzt fasst sich Dominik Schmidt von Linksaußen ein Herz und braucht keine zwei Minuten für die nächsten drei Treffer des TSV (28:26, 53. Spielminute). Als die Laufer nach kurzer Zeit wieder ausgleichen können, wird die sowieso schon großartige Unterstützung von der Tribüne noch lauter. Jetzt kommt der Auftritt von Armin Hofer. Erst am Freitag aus dem Urlaub zurück gekommen, wird er zum Matchwinner der Roßtaler. Zunächst verwandelt er zwei Strafwürfe völlig souverän (30:29, 57. Spielminute). Es sind noch zweieinhalb Minuten zu spielen, als Andy Dörr seine Timeout-Karte legt. Er ist sich sicher, dass sein Team das Spiel gewinnen wird. Als dann aber nach einem langen Angriff 15 Sekunden vor Schluss ein TSV-Wurf vom HSG-Schlussmann pariert wird, stehen alle Zeichen auf Unentschieden. Neun Sekunden vor Schluss finden die Laufer erneut Laugner am Kreis, der zum 30:30 trifft. Doch jetzt kommt erneut Armin Hofer ins Spiel. Nach einem schnellen Anwurf liegt der entscheidende Wurf bei ihm und der 25-Jährige jagt den Ball unhaltbar ins linke untere Eck. Wortwörtlich in letzter Sekunde ballert er also sein Team zum glücklichen, aber dennoch verdienten Heimsieg.

Der Jubel kennt zunächst keine Grenzen mehr, Hofer wird fast zerdrückt und jeder Roßtaler Anhänger klatscht frenetisch Beifall. Was für ein geiler Sieg im Mittelfrankenderby! Der TSV klettert nach zwei Siegen am Stück weiter nach oben in der Tabelle und belegt jetzt Rang fünf mit einem Punktekonto von 8:6. „Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, geil ist es trotzdem!“, so lautet das Wort zum Sonntag von Kreisläufer Christoph Nepf. Weiter geht es am kommenden Samstag in der Oberpfalz gegen die punktgleiche SG Auerbach/Pegnitz.

Kader: Gerbing, Wolf (beide Tor); Schmidt (6), Ehrmann (6/2), Haltrich (5), Hofer (4/2), Franke (3), C. Nepf (3), Schuh (3), Gruber (1), Bonakdar, Cisse, Meßthaler, N. Nepf.

 

Bericht von Michael Wolf

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