Fünf Partien zeitgleich: schwere Aufgabe für Roßtaler Männer

An und für ging das Konzept des TSV in dieser Saison auf: Auch auf die Gefahr hin weiterhin die „Fahrstuhlmannschaft“ zwischen BOL und Landesliga zu bleiben, verzichtete man bei der „Erschdn“ nach dem Aufstieg auf Neuzugänge und baut stattdessen auf die Jugend. Um die beiden „alten Hasen“ Sebastian Schuh und Lukas Franke herum sollen die Nachwuchsspieler lernen selbst die Verantwortung zu übernehmen, um sich letztlich langfristig in der Liga etablieren zu können. Mit der zweiten Mannschaft in der Bezirksoberliga, hat man einen guten Grundstock, um weitere Jugendspieler aus der Bayernliga A-Jugend an den Männerhandball heranzuführen, welche sich dann für unsere „Erschde“ empfehlen. Um auch wirklich allen Spielern genügend Spielpraxis geben zu können, bietet sich zusätzlich die Vierte Mannschaft an, welche man möglichst kommende Saison in die Bezirksliga bringen will. Hinzu kommt unsere Dritte, in welcher unsere altgedienten Spieler um Punkte kämpfen.
Doch diese breite Aufstellung stellte die Männer dieses Wochenende vor eine große Herausforderung.

Alle Männermannschaften, von der Vierten bis zu Ersten, wie auch die A-Jugend spielten zeitglich – wodurch das aushelfen untereinander zum Problem wurde. Zudem musste bei unserer „Erschdn“ neben den Langzeitverletzten Cisse, Hofer auch Spielmacher Schuh, sowie Hirschsteiner kompensiert werden. Desweiteren gab es, wie üblich in Amateurvereinen, Verhinderte, Verreiste und Verletzte in allen Mannschaften und als wären „fünf Hochzeiten“ nicht schon genug, war ein Teil der Dritten auf Junggesellenabschied.
Dennoch schaffte man es mit 55 aktiven Spielern, fast zeitgleich bei allen Partien mit einer Spielfähigen Mannschaft aufzulaufen. Auf heimischen Parktet bemerkte man den „Kraftakt“ eher indirekt, da die Stimmung auf den Rängen unter den vielen abwesenden Akteuren etwas litt. Auf dem Spielfeld zeigte die Dörr-Sieben dafür, dass man trotz des Fehlens von Schuh, Cisse, Hofer und Hirschsteiner eine starke Landesligatruppe beisammenhat. Bis zum 9:10 nach 20 Minuten hielten die Gäste aus Auerbach die Partie offen, ehe mit einem 7:0-Lauf der erste richtungsweisende Vorsprung herausgespielt wurde (16:10). Bis zum 21:16 zögerten die Oberpfälzer die Entscheidung noch hinaus, doch spätestens beim 29:20 war die Messe gelesen. Endstand 31:23.
Zwar bitter, da mit nur einem Tor unterschied (29:28), kann man dennoch auf das Spiel von der zweiten Mannschaft gegen die SG Kernfranken aufbauen. Wenn man mit der gezeigten Leistung am kommenden Wochenende zur Prime Time in eigener Halle gegen den direkten Konkurrenten Tuspo Nürnberg auftritt, kann man mit einem Sieg einen riesen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.
Die Dritte holte gegen die Dritte Mannschaft der SG Kernfranken ersten einen Viertorerückstand auf, war 90 Sekunden vor Schluss sogar mit zwei Toren in Führung (21:23), musste zum Schluss dann aber doch noch mit einem 7-Meter nach dem Schlusspfiff den Ausgleich hinnehmen und rutscht somit ins Mittelfeld ab.
Die Vierte reiste auf Grund der oben benannten Gründe nur mit einer Rumpftruppe zum direkten Verfolger aus Weißenburg. Zwar nach 15 Minuten schon am Ende der konditionellen Kräfte, hatte man das Spiel bis zur Halbzeit eigentlich im Griff (17:20). Letztlich ging das Spiel, auch auf Grund der Verletzung von Spielmacher Simon Wild kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit, dann doch einige Minuten zu lang. Stehend K.O. verteidigte man noch bis zu 50. Minute die Führung, jedoch war schon in den vorherigen Minuten zu sehen, dass die Punkte nicht über die Ziellinie zu retten waren. Am Ende steht mit 36:34 die erste Saisonniederlage.
Zu guter Letzt trat unsere A-Jugend in Krumbach gegen den TSV Niederraunau an. Dort brachte man in der Abwehr Waldmann und Kornegger (zusammen 24 Tore) nicht unter Kontrolle und leistete sich im Angriff zu viele Fahrkarten, unteranderem vier vergebene 7-Meter. Am Ende steht eine 35:28 Niederlage.

Zusammengefasst haben sich unsere Männer an diesem schweren Wochenende ganz ordentlich aus der Affäre gezogen. Mit dem Sieg über die SG Auerbach/Pegnitz erspielt sich unsere „Erschde“ vor den Partien gegen den Erst- und Zweitplatzierten einen Vierpunktepuffer zu den Abstiegsplätzen. Man steht also gegen die beiden Spitzenreiter nun nicht mehr ganz so sehr unter Druck, wenngleich sich der Klassenerhalt wohl nicht vor dem letzten Spieltag entscheiden wird.
Die „Zwädde“ zeigt sich BOL-tauglich und will am kommenden Wochenende am direkten Konkurrent aus Nürnberg vorbei auf den neunten Tabellenplatz klettern und dem Ziel Klassenerhalt einen großen Schritt näher kommen.
Unsere Vierte steht trotz der ersten Niederlage noch mit drei Punkten Vorsprung auf Platz eins und hat den Aufstieg weiterhin fest im Blick, vorausgesetzt unsere die erste und zweite Mannschaft halten die Klasse.

 

 

Köhler Thomas

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