Der TSV zeigte gegen den bereits feststehenden Meister aus Heidingsfeld eine couragierte und ansprechende Leistung, zog am Ende jedoch denkbar knapp den Kürzeren. Vor einer mehr als überragenden und lautstarken Kulisse zeigte ganz Roßtal, was mit Leidenschaft und Tradition auf die Beine gestellt werden kann.

TSV Roßtal : TG Heidingsfeld 28:29 (16:14)

Die „Erschde“ startete erneut mit seinem jüngsten Rückraum, Marco Ehrmann als Regisseur war dabei mit seinen 21 Lenzen der Älteste. Dave Rößl und Simon Meßthaler komplettierten den Rückraum, auf den Außen begannen Kai Haltrich und Lukas Gruber, am Kreis ackerte Christoph Nepf und im Tor stand Tobias Gerbing.

Die Roßtaler kamen gut in die Partie, den Gästen aus Würzburg fehlte merklich das klebrige Harz am Ball, sodass ihnen vor allem in der Anfangsphase immer wieder technische Fehler unterliefen. Diese nutzten die TSVler aus und lagen nach rund fünf Minuten mit 3:1 in Front. Anschließend kamen die Heidingsfelder besser ins Spiel und es entstand eine ausgeglichene Partie zweier Teams auf Augenhöhe. Die „Erschde“ zeigte dabei – vor allem in der Offensive – ein ganz anderes Gesicht als noch eine Woche zuvor, als man in Ingolstadt unterging. Erneut konnten Ehrmann und Meßthaler eine sehr ansprechende Leistung präsentieren. In der Abwehr hätten die Roßtaler aber noch beherzter zupacken können, zu Beginn spielten die Gäste stets über ihren starken Kreisläufer Nass, der entweder ein Tor erzielte oder einen Strafwurf herausholte. Als sich der TSV darauf eingestellt hatte, suchten sie vermehrt über den Rückraum den Abschluss und kamen so zu Torerfolgen. Doch der Roßtaler Angriff hatte einen guten Tag erwischt, alle Spieler strahlten Torgefahr aus, sodass der Gastgeber auch die spielbestimmende Mannschaft war. Negativer Höhepunkt der ersten Halbzeit war die direkte Rote Karte gegen Haltrich. Der Außen versuchte Gegenspieler Franke den Ball rauszuspielen, traf ihn dabei wohl unglücklich im Gesicht und musste von nun an zuschauen. Den folgenden Strafwurf parierte Gerbing, was die Mittelschulhalle erstmals zum Überkochen brachte. In Unterzahl konnten die Roßtaler dann erneut in Führung gehen und sich bis zum Halbzeitpfiff einen 2-Tore-Vorsprung erarbeiten.

Die Heidingsfelder kamen mit Wut im Bauch aus den Katakomben und wollten möglichst schnell zeigen, dass sie ihre zweite Saisonniederlage nicht in der Marktgemeinde kassieren wollten. Beim 17:18 (38.) gingen die Gäste erstmals seit dem 0:1 wieder in Führung. Doch auch jetzt ließen sich die Rotßaler nicht verunsichern und hielten das Spiel angetrieben vom lautstarken Publikum weiterhin völlig offen. Die Personalie, die diese Partie entschied, kam in der 40. Minute ins Gäste-Tor: Keeper Matyas Varga. Zu oft scheiterte der TSV in der Folge am erfahrenen Torsteher und sahen so die Heidingsfelder davonziehen (23:27, 51.). Kurz zuvor hatte der Gäste-Abwehrchef Dennis Orf ebenfalls die Rote Karte für ein grobes Foul an Dave Rößl gesehen. Doch auch jetzt gaben die Roßtaler nicht auf und kämpften sich wieder heran. Unbedingt wollte das Team von Trainer Dörr in diesem Spiel punkten. Doch in der Schlussphase konnte der TG-Torwart zum wiederholten Male einen Strafwurf parieren, der zwei Minuten vor dem Ende den Ausgleich hätte darstellen können. Im direkten Gegenzug erhielten die Gäste selbst einen fragwürdigen Siebenmeter-Pfiff, der Heidingsfelder Franke zeigte sich eiskalt und entschied die Partie zu Gunsten des Meisters. Dominik Schmidt konnte kurz vor Schluss mit einem Heber dann den Endstand erzielen.

„Eine Niederlage, mit der man leben kann. Schade, dass wir uns für diese starke Leistung nicht belohnt haben“, resümierte Trainer Andy Dörr sein vorletztes Heimspiel als Roßtaler Trainer. In den verbleibenden zwei Partien wollen die Roßtaler in jedem Fall vier Punkte einfahren, um die Saison positiv abzuschließen und mit einem guten Gefühl in die Sommerpause zu gehen.

Kader:
Tor: Gerbing (1. – 46.), Wolf (46. – 60.)
Feld: Franke (5/4), Schmidt (2), Ehrmann (7/1), Schatz, Meßthaler (4), Haltrich (1), C. Nepf (4), Rößl (1), N. Nepf (1), Gruber (3)

Bericht von Micha Wolf
Foto von Matthias Wild

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