Martinimarktheimspielsieg!

Entschuldigung für das lange Wort, es folgt auch ein langer Bericht, aber die Schlagzeile sagt alles aus. Die Rahmenbedingungen zum Sieg gegen den ASV Cham waren ideal, viele Besucher des berühmten Roßtaler Martinimarktes fanden den Weg in die Mittelschulhalle und sorgten für eine hervorragende Stimmung auf den Rängen. Für den Rest des perfekten Abends sorgte das Team um Shooter Sebastian Schuh (erneut bester Werfer), das völlig verdient als Sieger vom Feld ging und mit nun mit 10:8 Punkten auf Rang sechs der Tabelle steht.

 

TSV Roßtal : ASV Cham 31:23 (17:11)

Im TSV-Kader sind für das Heimspiel gegen Cham nur zwei Veränderungen zu finden. Alex Brandscher ersetzt Kai Haltrich auf Rechtsaußen, zudem rutscht Sören Hirschsteiner nach überstandener Krankheit zurück ins Team. Trainer Andy Dörr schickt seine gewohnte Rückraumreihe mit Sebastian Schuh, Marco Ehrmann und Lukas Franke aufs Parkett, auf Außen beginnen Lukas Gruber und Alex Brandscher, im Tor Tobi Gerbing und am Kreis darf erstmals in dieser Saison Nico Nepf von Beginn an ran.

Den Roßtalern ist von Anfang an anzumerken, wie sehr sie dieses Spiel gewinnen wollen. Nach der unnötigen Niederlage letzte Woche in Auerbach sollen die beiden Punkte heute auf jeden Fall in der Marktgemeinde bleiben. Vom Anpfiff weg nehmen sie das Heft in die Hand und können sich nach einem Doppelschlag von Armin Hofer vom Siebenmeter-Strich und Lukas Franke aus dem Rückraum erstmals mit 4:2 absetzen (7. Spielminute). Kurze Zeit später erzielt der TSV zuerst in einfacher und anschließend sogar in doppelter Unterzahl jeweils einen Treffer zum 7:3, was die Ränge erstmals frenetisch jubeln lässt. Die Gäste aus der Oberpfalz bleiben dennoch dran und können sich einmal mehr auf ihren erfahrenen Rückraum-Shooter Petr Tahovsky verlassen, der vier der ersten sechs Chamer Treffer erzielt. Doch bei den Roßtalern läuft es heute. Die Abwehr steht nun etwas offensiver gegen die körperlich stärkeren ASVler und auch Gerbing im Tor kann sich einige male auszeichnen. So kann die „Erschde“ vier eigene Tore am Stück bejubeln, da hilft auch eine Auszeit des Gästetrainers nicht. Nach nicht mal 19 Spielminuten flackert ein 12:6 auf der Anzeigentafel. Doch der ASV ist wahrscheinlich die erfahrenste Mannschaft der gesamten Landesliga, nicht umsonst spielen sie gefühlt schon immer in dieser Liga. Der letztjährige Tabellenfünfte kämpft sich zurück ins Spiel und ist schon drei Minuten später wieder auf drei Treffer herangezogen. Die Roßtaler lassen sich davon aber auch nicht verunsichern und holen sich, gestützt auf die starke Defensive, das nötige Selbstvertrauen zurück, um bis zur Halbzeit den Vorsprung wieder auf sechs Tore auszubauen.

Das 17:11 zur Pause sieht zwar auf den ersten Blick super aus, ist aber dennoch ein gefährliches Ergebnis, da schnell ein Gang zurück geschalten werden könnte. Zunächst hat es den Anschein, dass genau das den Roßtalern passiert. Nach knapp dreieinhalb Minuten steht es schon 17:14, wobei der TSV erneut eine doppelte Unterzahl überstehen muss. Zudem kugelt sich Youngster Simon Meßthaler bei einer unglücklichen Abwehraktion den Finger aus (Igitt!) und muss trotz guter Leistung wieder auf die Bank. Doch aus dieser Phase kämpft sich die „Erschde“ wieder heraus und verschafft sich mit einem Doppelschlag von Dominik Schmidt und Lukas Franke etwas Luft (19:14, 36. Spielminute). Leider steht jetzt trotzdem die Abwehr nicht mehr so sattelfest, wie noch im ersten Durchgang. Die Gäste kommen zu leichteren Abschlüssen und können in Schlagdistanz bleiben. Verlass ist aber auf den Angriff. Vor allem die erfahrenen Franke und Schuh zeigen, wie wichtig sie für die junge Roßtaler Mannschaft sind. So ist es auch Sebastian Schuh, der den TSV per Strafwurf wieder mit sechs Toren in Front wirft (24:18, 44. Spielminute). Nun kommt die spielerisch schwächste Phase der Partie. Einige Fehlwürfe und technische Fehler auf beiden Seiten unterbrechen zunehmend den Spielfluss. Die Roßtaler bleiben aber stets Herr der Lage und halten den Vorsprung immer zwischen vier und sechs Toren. Nun kommt es aber zu unschönen Szenen. Im Angriff der Chamer rutscht der Kreisläufer des ASV aus, bleibt kurz liegen und hinterlässt einen typischen Schweißfleck auf dem Boden. Die Spieler beider Teams hören auf zu spielen, um die hohe Verletzungsgefahr zu beseitigen. Statt wischen zu lassen, entscheiden die Schiedsrichter hingegen zu Unrecht auf zu langes Ballhalten des Chamers Lukas Steif und somit auf Freiwurf für Roßtal. Daraufhin werden die Reklamationen des ASV noch lautstärker als ohnehin schon und Petr Trahovsky lässt sich zu einer Unsportlichkeit gegenüber der Unparteiischen hinreißen. Die blaue Karte für den besten Spieler und eine folgende Rote Karte gegen einen Betreuer entscheiden das Spiel bereits zehn Minuten vor Schluss. Der ASV ist nun mehr mit den Schiedsrichtern und sich selbst beschäftigt, sodass die Roßtaler den Heimsieg souverän nach Hause fahren können. Spätestens nach einem verwandelten Siebenmeter von Schuh und einer Strafwurf-Parade von Micha Wolf ist das Spiel fünf Minuten vor Schluss endgültig entschieden.

Der TSV geht völlig verdient als Sieger vom Platz, schließlich führte er die gesamte Partie. Positiv anzumerken ist, dass vor allem die Abwehr wieder besser stand, als noch in der Vorwoche und auch das Spiel über den Kreis (sechs Treffer der Nepf-Brüder) lief deutlich besser als in letzter Zeit. „Wir haben heute souveräner gespielt und vor allem die Chancenverwertung hat diesen Sieg ermöglicht.“, resümiert ein sehr zufriedener Andreas Dörr direkt nach dem Spiel

Weiter geht es am kommenden Samstag erneut mit einem Heimspiel. Zur gewohnten Zeit um 19:30 empfängt der TSV den Tabellenvierten aus Ingolstadt.

Kader: Gerbing, Wolf (beide Tor); Schuh (9/3), C. Nepf (5), Ehrmann (4), Franke (4), Brandscher (3), Cisse (2), Hirschsteiner (1), Hofer (1/1), N. Nepf (1), Schmidt (1), Gruber, Meßthaler.

 

Bericht von Micha Wolf

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