„Erschde“ empfängt den Meister

Nach zwei Spielen in fremder Halle empfängt die „Erschde“ dieses Wochenende niemand geringeren wie die bereits als Landesligameister feststehende TG Heidingsfeld. Die würzburger Gäste starteten vor fünf Jahren mit dem Aufstieg von der Bezirksliga in die BOL Unterfranken ein ehrgeiziges Projekt. Als „Hätzfelder Bullen“ will man bis 2020 in der 3. Liga spielen und so wurde in den kommenden Jahren kräftig in den Kader der „Bullenherde“ investiert, um das ehrgeizige Ziel weiter verfolgen zu können. Folglich marschierten die Unterfranken durch die BOL und stiegen wie unsere „Erschde“ 2016 in die Landesliga auf. Doch während die Männer aus der Marktgemeinde nach nur einem Jahr wieder den Weg in die BOL nehmen mussten, gelang den Heidingsfelder beinah der nächste Durchmarsch. Als Zweiplatzierter zog man in den Relegationsspielen gegen den TSV Ottobeuren jedoch den Kürzeren. Und auch im zweiten Anlauf scheiterten die Gäste. Am drittletzten Spieltag leistete man sich gegen den direkten Konkurrenten der HSG Lauf/Heroldsberg erst eine knappe Niederlage, um im Spiel darauf gegen den abstiegsbedrohten SV Auerbach nicht über ein Unentschieden hinaus zu kommen. Dieser letzte verlorene Punkt verhinderte letztlich den Aufstieg auf der Zielgeraden.
Somit ist man auch nach dem Wiederaufstieg des TSV Roßtal noch Konkurrent in der Landesliga,doch die Marschrute im dritten Anlauf ist klar: „Do-or-Die“ – Einzig und allein der Aufstieg ist als Saisonziel gut genug. Dabei überlassen die „Bullen“ nichts dem Zufall:

Mit Ex-Nationalspieler Heiko Karrer haben die Gäste einen Profi an der Seitenlinie, welcher bereits die DJK Rimpar in die Dritte Liga führte, den TV Hüttenberg in der zweiten Bundesliga trainierte und zuletzt beim TV Großwallstadt tätig war. Doch auch auf dem Platz trifft man keineswegs auf eine klassische Landesliga Mannschaft. Mit Spielern wie Yann Polydore, welcher zuvor in der ersten Französischen Liga auflief und beim Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten unter Vertrag stand, oder Goalgetter Patrick Schneider (157 Tore) vom Drittligisten SV Anhalt Bernburg sind nur zwei Spieler des höherklassigen Kaders genannt. Zudem profitiert man mit Karrer auch von der Verbindung zum TV Großwallstadt und angelte sich beispielsweise mit Luis Franke den zweiten Goalgetter (169 Tore) aus der A-Jugend Bundesliga – oder zuletzt auch Robert Tschuri. Auf letzteren freut man sich in Roßtal besonders, denn vor seinem Wechsel zur Junioren Akademie hütete er in der Jugend beim TV Roßtal das Tor.

Das die Zielsetzung der „Hätzfelder Bullen“ diese Saison vollends aufgeht, zeigt der Blick auf die Tabelle. Mit 44:2 Punkten musste bislang nur eine Niederlage hingenommen werden und mit 708:483 Toren und einer Tordifferenz von +225 sind die Gäste in allen Belangen das Maß aller Dinge in der Landesliga. Dank dieser Konstanten Leistung konnte bereits fünf Spieltage vor Saisonende der Aufstieg gefeiert werden.

Unter den Umständen wirkt es wie der Kampf David gegen Goliath, doch verstecken muss man sich auf roßtaler Seite keineswegs. Denn so unterschiedlich das Saisonziel der beiden Kontrahenten zwischen Klassenerhalt und Aufstieg ist, so unterschiedlich sind auch die Philosophien. Während die Gäste ihren Traum 3. Liga weiter verfolgen, hängen die Früchte beim TSV nicht ganz so hoch. Nach jahrelangem auf und ab zwischen BOL und Landesliga will sich unsere „Erschde“ endlich in der Landesliga etablieren. Und die Junge Truppe um Trainer Dörr zeigte diese Saison, dass sie dazu bereits in der Lage ist. Bis auf den TV Münchberg punktete der TSV in Hin- und Rückrunde mindestens einmal gegen jede Mannschaft, so auch vor zwei Wochen beim Tabellenzweiten ASV Cham. Somit haben die Roßtaler mit 26:20 Punkten ihr Ziel den Klassenerhalt ebenfalls bereits erreicht. Das in dem Kader mit Ehrmann, Meßthaler, Cisse, Gerbing, Schatz, Bonakdar, Haltrich und Rößl allein in den letzten vier Jahren acht Nachwuchsspieler aus der eigenen Jugend auflaufen, stimmt für Zukunft optimistisch das Ziel sich mittelfristig in der Landesliga zu etablieren auch zu erreichen.

Die Männer aus der Marktgemeinde können im vorletzten Heimspiel demnach befreit auflaufen und in der Partie gegen den nächstjährigen Bayernligisten viel an Erfahrung für die zukünftigen Aufgaben gewinnen. Zudem hat man in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt, dass man mit der Unterstützung der Zuschauer in der heimischen Mittelschulhalle so manchen „Goliath“ zu Fall bringen kann. Man hofft demnach wieder auf die Unterstützung von den Rängen und wird alles daran setzten den Gästen Paroli zu bieten – und wer weiß, vielleicht schafft man es auch diesmal wieder für eine Sensation zu sorgen.

 

 

 

Köhler Thomas

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