Nach einer unerklärlichen, schwachen Leistung musste der TSV am Sonntag die Heimreise aus dem oberfränkischen Kunstadt antreten. Das Team von Andreas Dörr ließ die Kunstadter nach einer ausgeglichenen Anfangsphase davonziehen und konnte an diesem Tag nicht viel entgegensetzen. Vor allem die sonstigen Tugenden wie Kampfgeist und Einsatzbereitschaft fehlten in allen Mannschaftsteilen. So steckte der TSV eine heftige 35:26-Pleite ein.

 

HG Kunstadt : TSV Roßtal 35:26

 

Im Duell Tabellensiebter (TSV) gegen Tabellenachter (HG) muss Andy Dörr erneut auf Alex Brandscher und Simon Messthaler verzichten. Zudem muss mit Armin Hofer einer der Matchwinner aus der vergangenen Woche ebenfalls passen. Doch auch ohne dieses Trio wollen die Roßtaler die wichtigen Punkte beim oberfränkischen Aufsteiger mitnehmen. Das Spiel startet furios. Nach genau 60 Sekunden feuert Lukas Franke bereits das 2:2 in die Maschen des Kunstadter Tores. Anschließend nehmen beide Teams das Tempo etwas raus und der TSV kann beim 2:3 und 3:4 zweimal in Führung gehen. Doch schon jetzt machen sich in der Abwehr erste Probleme bemerkbar. Johann Andersson (Spielertrainer der HG) setzt seine ganze Erfahrung aus vielen Jahren in der 2. Bundesliga ein und schafft so immer wieder Freiräume für den bulligen David Jung am Kreis. Dieser kann in den ersten fünf Spielminuten zwei Treffer erzielen und zudem zwei Strafwürfe herausholen. Das ist so etwas wie der Knackpunkt im Roßtaler Spiel. Zwar kann bis zum 9:7 in der 13. Spielminute der Anschluss gehalten werden, doch schon jetzt ist es eher Krampf als Kampf. Trotz erkämpften Bällen in der Defensive und gehaltenen Strafwürfen kann die HG davonziehen. Im TSV-Angriff fehlt jetzt völlig die Kreativität und Durchschlagskraft, um sich gute Wurfmöglichkeiten zu erarbeiten. Bevor Andy Dörr die Auszeit nimmt wird aus dem 9:7 ein 13:7. Sinnbildich für das ganze Spiel: Die Roßtaler verwerfen in doppelter Überzahl einen Strafwurf plus Nachwurf und kassieren im direkten Gegenzug einen Treffer zum erneuten 6-Tore-Rückstand. Bis zum Halbzeitpfiff erhöht die erfahrene Truppe aus Kunstadt (unter anderem drei ehemalige Zweitligaspieler vom HSC Coburg) ihren Vorsprung sogar auf 17:10.

Aufgeben will trotz des ernüchternden Pausenstandes im Roßtaler Team niemand. Doch irgendwie ist heute einfach der Wurm drin. Es sind noch keine zwei Minuten im zweiten Durchgang gespielt, als der TSV bereits seinen vierten Wurf nicht versenken kann. In der 34. Spielminute leuchtet dann erstmals ein 10-Tore-Rückstand auf der Anzeigetafel der Kunstadter Obermainhalle (20:10). Der Rest der Partie ist schnell erzählt. Die Roßtaler ließen zunehmend die Köpfe hängen. Egal was man versuchte, heute war nichts zu holen und der Rückstand wurde nie kleiner als acht Treffer. Zu schwach die eigene Leistung und zu abgezockt sind die Gegner im heutigen Aufsteiger-Duell. Vor allem die Offensive agiert ungewohnt fahrlässig mit den Chancen. So gewinnt die HG am Ende völlig verdient mit 35:26 gegen einen schwachen TSV.

Ein Wermutstropfen war die Verletzung des Kunstadter Brungs. Der junge Kreisläufer fiel nach einem Zweikampf um den Ball unglücklich auf die Schulter und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Gute Besserung von dieser Seite!

 

Für den TSV heißt es nun Winterpause. Es muss geschafft werden, dass die insgesamt positive Hinrunde mit 13:13 Punkten auch positiv in den Köpfen bleibt, trotz der schwachen letzten Partie des Jahres. Der Kampf um den Klassenerhalt wird erneut bis zum letzten Spieltag anhalten und bis auf Heidingsfeld kann sich niemand in der Liga sicher sein, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Weiter geht es für den TSV am 26. Januar mit der schweren Auswärtspartie bei der HSG Fichtelgebirge.

 

Kader: Wolf, Wolff (beide Tor); Franke (3), Schmidt (3), Ehrmann (5), Cisse (1), Schuh (4), Bonakdar (1), Haltrich, Hirschsteiner, C. Nepf (6), N. Nepf (2), Gruber (1)

 

 

Bericht von Michael Wolf

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