Nach der erfolgreichen ersten Landesligaquali, in welcher der TSV als Turniersieger hervorging, durften sich die roßtaler Jungs am vergangenen Wochenende in Günzburg in der Bayernligaquali beweisen. Als Erst- oder Zweitplatzierter wäre man auch in der letzten Runde Bayernliga dabei und hätte das Ziel Landesliga schon vorzeitig erreicht.

In der ersten Partie trafen die Mittelfranken auf den Gastgeber VfL Günzburg. Bis zum 2:2 konnten die Hausherren das Spiel offen gestalten, ab diesem Zeitpunkt hatte jedoch der TSV die Fäden in der Hand und setzte sich bis zur Halbzeit auf 7:3 ab. Auch in den zweiten 12 Minuten war Roßtal die spielbestimmende Mannschaft. Letztendlich konnte das erste Spiel souverän mit 16:6 gewonnen werden.
Für den TSVR: Schramm, Rok (beide Tor); Stern 1, Leffer, Drummer 1, Ortner 4, Weinländer 1, Loos, Matschl R., Matschl T. 6, Lautner 1, Ohr, Högner.

In der zweiten Partie ging es gegen die SG Kempten-Kottern. Mit einem Sieg wäre man dem Ziel zweiter Platz und der damit sicheren Qualifikation Landesliga einen sehr großen Schritt nähergekommen. Doch der Start in die Partie misslang gewaltig. In der Abwehr tat man sich schwer gegen den Allgäuer Rückraumshotter, Lukas Haug, welcher entweder selbst zum Abschluss kam oder seinen Teamkollegen Leopold Widmer fand. Im Angriff hatte man große Probleme das Spielgerät sicher an den Mitspieler zu bekommen und so stockte das Offensivspiel bereits in der Aufbauphase. Als Julian Leffer für den TSV in der neunten Minute das erste Mal einnetzte, lag man bereits 1:4 im Hintertreffen. Mit 2:6 wurden schließlich die Seiten gewechselt.
Auch in den zweiten zwölf Minuten brachte man keine wirkliche Sicherheit ins eigene Spiel, dennoch war man zumindest im Angriff etwas effektiver. Fünf Minuten vor Abpfiff brachte Timo Matschl die Mittelfranken mit dem Treffer zum 7:9 wieder in Schlagdistanz. Doch anstatt den Rückenwind zu nutzen, wurde das eigene Spiel nun wieder unsicherer. Wie zu Spielbeginn gestaltete sich der Angriff extrem hektisch und die Bälle landeten wieder überall nur nicht sicher beim Mitspieler. Die Spielgemeinschaft nutzte diese Fehler gnadenlos aus und verwandelte sie in „einfache“ Tore. Letztendlich verlor man 9:14.
Verloren hatte man das Spiel in den ersten und den letzten vier Spielminuten in denen man zusammengenommen 2:8 spielte. Wie entscheidend diese Tatsache noch werden sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keiner.
Für den TSVR: Schramm, Rok (beide Tor); Leffer 2, Drummer, Weinländer 1, Loos, Matschl R., Matschl T. 2, Lautner, Ortner 1, Ohr, Högner 2, Stern 1.

Um die kleine verbliebene Chance auf Platz zwei noch aus eigener Kraft offen zu halten, brauchte man nun zwei Siege in der verbleibenden zwei Spielen.

Doch gegen den TSV Ebersberg Forst United machte man dort weiter, wo man gegen Kempten-Kottern aufgehört hat. Nur dass man auch in der Abwehr nochmal einen Gang runterschaltete. Viel zu statisch und mit wenig Einsatz ermöglichte man den Oberbayern viel zu einfache Tore, dennoch blieb man bis zum 5:6 in Schlagdistanz. Eine Zweiminutenstrafe bescherte allerdings eine Unterzahl in den letzten zwei Spielminuten der ersten Halbzeit, welche Forst United zum zwischenzeitlichen 5:8 nutzte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang per Gegenstoß noch der 6:8 Anschlusstreffer. Bitter nur, dass man sich mit einer erneuten Zeitstrafe für den Start in die zweite Hälfte erneut ein Handikap verschaffte.
In Überzahlt baute Ebersberg die Führung auf 6:10 aus, eine Anschließende Überzahl nutzte der TSV wiederrum um sich wieder auf 9:11 heran zu kämpfen. Beim 12:13 in der 21. Spielminute war man schließlich drauf und dran die Partie zu drehen, doch erneut verlor man wie im Spiel zuvor, im Angriff völlig das Konzept, schenkte durch zu viele Fehler die Bälle her, welche der Gegner wieder in „einfache“ Tore ummünzte. Letztlich verlor der TSV auch dieses Spiel unnötig, aber zurecht. Am Ende stand ein zu deutliches 12:19 auf der Anzeigetafel.

Für den TSVR: Schramm, Rok (beider Tor); Stern 1, Leffer, Drummer, Ortner 2, Weinländer, Loos 3, Matschl R., Matschl T. 3, Lautner 3, Ohr, Högner.

Zu diesem Zeitpunkt hatte man das Weiterkommen in dieser Runde eigentlich schon abgehakt. Die letzten beiden Partien, SG Kempten-Kottern gegen VfL Günzburg und HSG Isar-Loisach gegen den TSV Roßtal waren nur noch fürs Protokoll, zu souverän spielten die beiden oberbayerischen Mannschaften an diesem Tag. Doch zeigte die SG Kempten-Kottern in ihrer letzten Partie ebenso Nerven, verlor gegen den Gastgeber 15:17 und eröffneten ein regelrechtes Drama fürs Turnierende. Mit 4:4 Punkten waren beide Kontrahenten nun in der Tabelle gleichauf, der VfL Günzburg beanspruchte den direkten Vergleich jedoch für sich und feierte nach dem Spiel bereits den Einzug in die zweiten Runde Bayernliga. Mit einem Sieg des TSV Roßtal gegen die HSG Isar-Loisach könnten die Mittelfranken ihr Punktekonto jedoch ebenfalls ausgleichen würden den Kampf um Platz zwei nochmals ordentlich durcheinander bringen.

Von dieser Euphorie getragen starteten die roßtaler Jungs gegen die ungeschlagene Spielgemeinschaft. Von Anpfiff an zeigte der TSV ein ganz anderes Gesicht wie in den vorherigen Partien. Mit Leidenschaft und großen Einsatz ging es ins Spiel und so ließ man sich auch von einem anfänglichen 1:3 Rückstand nicht verunsichern. Beim 3:3 wurde der Spielstand egalisiert, im weiteren Verlauf legte die HSG stehts vor, nur damit der TSV wieder ausglich, eher dieser beim 9:8 erstmals die Führung übernahm und diese auch mit in die Halbzeit nahm.
Auch die Zweite Halbzeit war an Dramatik nicht zu toppen. Auf der Tribüne auf der einen Seite die günzburger Spieler, welche die HSG Isar-Loisach anfeuerte, am anderen Spielfeldrand die Mannschaft der SG Kempten-Kottern, welche den TSV Roßtal anpeitschte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit übernahmen nochmal die Oberbayern kurz das Zepter, holte sich die Führung zurück und ging nach drei Minuten mit 9:11 in Front. Doch die Spieler aus der Marktgemeinde zeigten sich auch diesmal unbeeindruckt und drehten mit einem 4:0-Lauf abermals die Parte (13:11). Ab diesem Zeitpunkt gab man die Führung nicht mehr ab und holte sich am Ende den von Roßtal und Kempten-Kottern umjubelten Sieg (18:15).
Für den TSVR: Schramm, Rok (beide Tor); Stern 3, Leffer, Drummer, Ortner 3, Weinländer 2, Loos 4/1, Matschl R., Matschl T. 4, Lautner, Ohr, Högner 2.

Dank diesen zwei Punkten zog der TSV also Punktemäßig nach und das große Rechnen begann. SG Kempten-Kottern, VfL Günzburg und TSV Roßtal waren allesamt Punktgleich. Im direkten Vergleich untereinander hatte jeder einen Sieg und eine Niederlage. Also musste die Tordifferenz entscheiden:

Der VfL Günzburg, welcher vor der Partie noch den zweiten Platz innehatte, kam auf -6, und war nun nur noch Vierter. Die SG Kempten-Kottern und der TSV Roßtal kamen beide auf +3. Das weiterkommen musste also im Siebenmeterwerfen entschieden werden.
Leider war Fortuna an diesem Tag bei den Oberbayern. Nach fünf Würfen für jede Mannschaft gewinnt die SG Kempten-Kottern das Shootout mit 5:4 und löst damit das Ticket für die Dritte Runde Bayernliga.

Auch wenn es im Siebenmeterwerfen nicht gereicht hat, verloren hatte man wie erwähnt in den ersten und letzten vier Spielminuten gegen die SG, in denen ein Tor mehr, beziehungsweise ein Gegentor weniger für den Sieg im direkten Vergleich gereicht hätte. Ebenso verkaufte man sich gegen Ebersberg völlig unter Wert und verlor unnötig zwei Punkte. Letztlich waren die Allgäuer die konsequentere Mannschaft, auch über das Turnier gesehen und ein verdienter zweiter Platz. Viel Erfolg an dieser Stelle in der letzten Rund Bayernliga. Dennoch konnte man in der letzten Partie gegen Isar-Loisach zeigen, was man eigentlich spielen kann. Auf diese Leistung will man am kommenden Wochenende aufbauen und sich dann den Platz für die Landesliga sichern.

Eine Antwort zu “B-Jugend zieht im Siebenmeterwerfen den Kürzeren”

  1. Holger sagt:

    Ihr packt die Landesliga!
    Wir drücken euch die Daumen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

captcha

Bitte geben Sie den Code ein!